Der Koran ist für mich immer ein beeindruckendes Werk gewesen. Der poetische Stil ist wunderschön und hat mich gefesselt. In meinem Weg aus dem Islam ist der Koran wohl das, was ich am meisten vermisse. Ich bin ehrlich und gebe zu, dass ich bis heute noch Koran Suren lese und höre, die für mich keinen Anstoß darstellen. Ich sehe auch keinen Grund mir das nehmen zu lassen.
Ich stieß auf ein Buch, welches biblischen Inhalt im literarischen Stile des Koran darstellte. Die Symbiose von fesselnder Literatur und inhaltlicher Reinheit brachte mich auf die Idee diese "biblischen Suren" in rezitierter Form aufzunehmen. Ich besprach das Projekt mit einer jungen Dame, erklärte ihr die Rezitationsregeln und hier ist das Ergebnis. Mir ist bewusst, dass diese Interpretation dem Koran nicht das Wasser reichen kann, doch ist es für mich eine Möglichkeit den liebgewonnenen Koranstil mit biblischen Inhalt zu hören. Meine Freunde und Bekannten aus der Moschee, mit denen ich abendlich zusammen saß und den Koran rezitierte werden mich verstehen, auch wenn es für sie eine unvertretbare Gotteslästerung ist, denn ich lechzte nach dem Koran.
Im Koran steht: (2:23) Und wenn ihr im Zweifel seid über das, was Wir hinabgesandt haben zu Unserem Diener, dann bringt eine Sura hervor wie diesen (Koran) und ruft eure Helfer auf außer Allah, wenn ihr wahrhaft seid.
Warum also sollte der Versuch nicht gestattet sein?
Weil etwa im folgenden Vers dann steht: (2:24) Doch wenn ihr es nicht tut -
und nie werdet ihr es vermögen -, dann hütet euch vor dem Feuer, dessen
Nahrung Menschen und Steine sind, bereitet für die Ungläubigen. ???
Dieses Werk soll nicht als Provokation verstanden werden, sondern vielmehr als ein interkulurell-religiöses künstlerisches Werk.