Frage einer Journalistin:
Glauben Sie, dass der Film mit zu dieser Wende beigetragen hat?
Meine Antwort:
Das mag sein, denn so habe ich mich aus der 3.Person heraus gesehen und reflektiert.
Ich bin nicht zu stolz mir einen gedanklichen Irrtum einzugestehen und meine
Konsequenzen daraus zu ziehen. Den Islam ohne Heuchelei zu leben ist nicht lebenswert.
Der Geist ist in fesseln gelegt und das Denken wird eingekerkert. Dies habe
ich solange nicht gespürt, solange ich neues im islamischen System zu entdecken
hatte. Als das System allerdings klar war, und seine Grenzen mir offenbar wurden
und mir bewusst wurde, dass dies auch die Grenze für den Geist ist, fing
ich an meine Gefangenschaft zu spüren. Stellen es dir so vor: Du bist in
einem Gefängnis mit zehn Büchern. Du bist so mit dem Lesen und dem
Studieren beschäftigt, dass du deine Zelle nicht wahrnimmst, und dich frei
fühlst, denn du bist ja gut beschäftigt. Nachdem du diese Bücher
aber mehrmals durchgelesen hast, fängst du an nach mehr zu verlangen um
nicht zu stagnieren. Du darfst aber die Zelle nicht verlasse. Alles was du in
deinem Leben zu erwarten hast befindet sich innerhalb dieser Zellwände.
Die Zelle an sich ist der Islam. Die Wände sind seine Grenzen. Die Bücher sind alles was du denken darfst. Jeder Gedanke der über das hinausgeht, was schon in diesen Büchern steht ist Häresie. Der Film hat den Reflextionsprozess vielleicht beschleunigt, aber rückblickend bin ich davon überzeugt, dass der Islam meiner menschlichen Natur einfach nicht gerecht wird, und ich früher oder später entweder in ihm eingegangen wäre oder mich von ihm befreie. Ich entschied mich für die Befreiung. Ich öffnete meinen Geist und mein Herz und befand mich plötzlich außerhalb des Kerkers. Islamische Philosophien wie der Sufismus konnten mich nicht begeistern, da sie ihrem eigenen Kern untreu sind. Das Wort Jesu versprach mir, mir im Geiste keine Grenzen zu setzen. Er will nicht unser soziales Leben kontrollieren und regeln, nein, er will dass wir im Geiste seine göttliche Natur erreichen. Er redet nicht im Stile: Erlaubt - Verboten! Sondern er regt den Geist mit seinen Gleichnissen an und will uns erkennen lassen, und uns nichts diktieren. Gott, der sich selbst als die Liebe beschreibt, will uns sich gleich machen. Alles was der Liebe dient ist gut. Jesus gibt uns also kein formales System von: Erlaubt – Verboten an die Hand, sondern den Grundsatz: Tue es mit Liebe.
Nachdem ich die Lehre Jesu und die Lehre Mohammeds verstand, fand ich die Wahrheit in der Liebe, nicht in einem formalen System.